Glossar

Kavitationserosion

Definition

Kavitationserosion ist der Materialabtrag an einer Oberfläche, der entsteht, wenn Dampf- oder Gasblasen in einer Flüssigkeit an der Wand zusammenfallen. Wiederholte Druckstöße lassen kleine Krater entstehen.

Was hinter dem Begriff steckt

Kavitation bedeutet: In einer Flüssigkeit entstehen Dampfblasen, die danach wieder in sich zusammenfallen. Fällt eine Blase an einer Wand zusammen, wirkt auf die Oberfläche ein plötzlicher Druckstoß. Der Hersteller KSB beschreibt es als Mikrojets, die auf feste Wände treffen und die Kraft auf eine sehr kleine Fläche konzentrieren. Wiederholt sich das oft genug, löst sich Material heraus. Die Schädigung beginnt laut KSB nach einer Inkubationszeit an den am wenigsten widerstandsfähigen Stellen, es entstehen Mulden, und die Oberfläche wird porös und schwammartig.

Wie unterschiedlich Werkstoffe reagieren, zeigt ein Vergleichsindex in demselben Beitrag, bei dem Grauguss als 1,0 gilt und niedrigere Werte besser sind: Stahlguss 0,8, Chromstahlguss 0,2, Zinnbronze 0,1, Chrom-Nickel-Stahlguss 0,05 und Duplex-Edelstahl 0,02. KSB betont, dass es sich um Durchschnittswerte aus Literatur und Laborversuchen handelt und die Ergebnisse stark von der Kavitationsart abhängen. HAWE ergänzt, dass das Risiko mit Wasser als Druckmedium deutlich höher ist als mit Mineralöl. Mildern lässt sich die Erosion laut KSB durch die Konstruktion, etwa mit sanfteren Übergängen oder veränderter Zuströmung, die den Zusammenfall der Blasen von der Wand weg verlagern; bleibt das unmöglich, hilft nur die Werkstoffwahl.

Ein Missverständnis: Kavitationserosion sei ausschließlich ein Pumpenproblem. Sie tritt überall auf, wo Blasen an Wänden kollabieren, auch in Ultraschallbädern, die Kavitation absichtlich erzeugen.

In der Praxis

Für den Ultraschallreiniger heißt das: Dieselbe Kraft, die Schmutz löst, kann bei weichen oder empfindlichen Oberflächen Spuren hinterlassen, wenn Teile lange im Bad liegen. Unsere Einordnung: Der Vergleichsindex passt dazu, dass Hersteller Wannen aus Edelstahl bauen. Dünne Beschichtungen, weiche Metalle und fragile Stücke bekommen kürzere Zeiten und, wo vorhanden, einen sanfteren Modus.

Lege Teile in den Reinigungskorb statt direkt auf den Wannenboden und beachte die Zeit- und Materialangaben des Herstellers. Was grundsätzlich nicht ins Bad gehört, steht in der Übersicht Was darf nicht in den Ultraschallreiniger?

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Ist Kavitation im Ultraschallbad gefährlich für mein Material?

Das hängt vom Material ab. Die Kavitation ist Teil der Reinigung, kann aber bei weichen, dünn beschichteten oder empfindlichen Stücken Spuren hinterlassen. Beachte Zeit- und Materialangaben des Herstellers und beginne mit kurzen Zeiten.

Warum haben Ultraschallreiniger meist Edelstahlwannen?

Das lässt sich als Einordnung mit dem KSB-Vergleichsindex stützen: Chrom-Nickel-Stähle zeigen dort deutlich bessere Werte als Grauguss. Der Hersteller entscheidet über das konkrete Material; als Nutzer prüfst du die Angaben zu deiner Wanne.

Was ist der Unterschied zwischen Kavitation und Kavitationserosion?

Kavitation ist das Entstehen und Zusammenfallen von Dampfblasen in einer Flüssigkeit. Kavitationserosion ist der Materialabtrag, der entsteht, wenn solche Blasen an einer Oberfläche kollabieren und sie wiederholt belasten. Beide Begriffe hängen eng zusammen, meinen aber nicht dasselbe.

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