Glossar

Saurer Reiniger

Definition

Saurer Reiniger ist ein Reinigungsmittel mit einem pH-Wert unter 7, das mineralische Beläge wie Kalk oder Rost löst. Typische Wirkstoffe sind Zitronensäure, Essigsäure und Amidosulfonsäure.

Was hinter dem Begriff steckt

Ein saurer Reiniger arbeitet chemisch statt mechanisch: Die Säure greift mineralische Ablagerungen an und überführt sie in lösliche Verbindungen. Der Klassiker ist Kalk. Wie das bei Kesselstein aussieht, beschreibt die Wikipedia anschaulich: Verdünnte Zitronensäure wird erhitzt, um den Belag zu lösen, darf aber nicht überhitzt werden, weil sonst schwer lösliches Calciumcitrat ausfallen kann.

Die Verbraucherzentrale NRW unterscheidet die gängigen Säuren deutlich. Zitronensäure gilt für Wasserkocher als unbedenklich. Essigsäure ist biologisch vollständig abbaubar, kann aber verchromte Teile angreifen und Gummidichtungen porös machen. Amidosulfonsäure steckt in vielen Entkalkern, ist biologisch schwer abbaubar und wird von Kläranlagen nicht zurückgehalten; der Vorsorgewert des Umweltbundesamtes liegt bei 0,010 mg/l. Neutral- und Allzweckreiniger sowie Handspülmittel enthalten laut Verbraucherzentrale keine Amidosulfonsäure; ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Packung lohnt sich also.

Zwei Missverständnisse halten sich hartnäckig. Erstens: „Je saurer, desto besser.“ Marmor und viele Natursteine werden laut Verbraucherzentrale von allen sauren Reinigern angegriffen, und bei Kaffeemaschinen soll die Säure nicht über Nacht einwirken. Zweitens: Ein saurer Reiniger sei ein Allrounder. Gegen Fett und Öl ist er nicht das Mittel der Wahl, dafür gibt es Entfetter und alkalische Reiniger. Auch das Wort „sauer“ allein sagt wenig, entscheidend sind Säureart, Konzentration und Einwirkzeit.

In der Praxis

Im Ultraschallbad ist ein saurer Reiniger ein Spezialwerkzeug für mineralische Beläge, kein Standardzusatz. Vor dem Einfüllen klärst du zwei Dinge: Verträgt die Wanne des Geräts das Mittel? Das steht in der Anleitung. Und verträgt das Reinigungsgut es? Verchromte Teile, Naturstein, Gummi- und Kunststoffdichtungen sind typische Problemfälle. Dosiere nach Herstellerangabe, halte die Einwirkzeit kurz und spüle danach gründlich mit klarem Wasser nach.

Für empfindliche Gegenstände wie Brillen oder Schmuck nimmst du lieber ein mildes Konzentrat. Eine Übersicht, welche Flüssigkeit zu welchem Reinigungsgut passt, findest du in unserem Beitrag zur passenden Flüssigkeit für den Ultraschallreiniger.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Kann ich Essig im Ultraschallreiniger verwenden?

Das hängt vom Gerät und vom Reinigungsgut ab. Essigsäure kann laut Verbraucherzentrale NRW verchromte Teile angreifen und laut Wikipedia Gummidichtungen porös machen. Lies deshalb zuerst die Anleitung deines Ultraschallreinigers und nimm für empfindliche Dinge ein mildes Konzentrat.

Was ist der Unterschied zwischen saurem und alkalischem Reiniger?

Ein saurer Reiniger hat einen pH-Wert unter 7 und löst vor allem Kalk und andere mineralische Beläge. Ein alkalischer Reiniger liegt über 7 und ist eher für Fett, Öl und organische Verschmutzungen gedacht. Beide können Materialien angreifen, wenn sie nicht passen.

Warum sollte ich Amidosulfonsäure meiden?

Die Verbraucherzentrale NRW rät dazu, weil die Säure biologisch schwer abbaubar ist und Kläranlagen sie nicht zurückhalten. Sie ist im Grund- und Trinkwasser nachweisbar. Als Reizstoff kann sie außerdem Haut und Augen reizen, wie viele Säuren.

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