Was hinter dem Begriff steckt
Die rosa Basis einer Zahnprothese besteht in aller Regel aus PMMA. Die Wikipedia nennt den Kunststoff in der Zahnmedizin „unverzichtbar“, vor allem für Prothesen. Seine Farbe erhält er durch Pigmente wie Titandioxid, Eisenoxide oder Azopigmente. Verarbeitet wird eine Mischung aus flüssigem Monomer und Pulver, die bei Heißpolymerisaten unter Wärme und Druck aushärtet.
Zu den Eigenschaften: PMMA wird oberhalb von rund 100 °C plastisch verformbar. Es ist unbeständig gegen polare Lösemittel wie Aceton; die Wikipedia rät außerdem davon ab, PMMA mit Alkohol oder Lösemitteln zu reinigen, weil Spannungsrisse entstehen können. Gegenüber anderen Thermoplasten gilt es als weniger kratzempfindlich, bleibt aber weicher als Glas oder Zahnschmelz. Die Apotheken Umschau warnt vor Zahnpasta mit zu starkem Abrieb, und vor Essig und Zitronensäure, die den Kunststoff angreifen sollen. Bei Heiß- und Kaltpolymerisaten bleibt laut Dr. Gumpert außerdem ein Restmonomergehalt von etwa 0,4 bis 4 Prozent zurück, der in wenigen Fällen Unverträglichkeiten auslösen kann.
Verbreitet ist das Missverständnis, eine Prothese sei „unkaputtbar“. Tatsächlich bricht sie leicht, wenn sie aus der Hand ins Waschbecken fällt; die Apotheken Umschau empfiehlt, sie über einem Handtuch oder einem teilweise mit Wasser gefüllten Becken zu reinigen. Und: Hitze und Chemie sind für Acrylat riskanter als Wasser und Bürste.
In der Praxis
Im Ultraschallbad ist Wasser mit einem für Prothesen vorgesehenen Reiniger der sichere Weg. Die Apothekerin Dr. Stephanie Schmitz sagt laut aponet.de, ein Ultraschallbad lasse sich optional täglich nutzen, löse Beläge schonend und schade dem Kunststoff nicht, ersetze aber das Bürsten nicht. Verzichte auf Alkohol, Aceton und aggressive Haushaltsmittel, halte die Temperatur niedrig und stelle die Heizung am besten aus.
Metallklammern, Haftcreme-Reste und tiefe Verfärbungen lassen sich oft nur in der Praxis professionell entfernen. Dieser Ratgeber ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Mehr zum Ablauf steht bei Zahnprothese reinigen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist Acrylat dasselbe wie PMMA?
Im Dentalbereich ist mit Acryl oder Acrylat meist PMMA gemeint, also Polymethylmethacrylat. Es ist derselbe Kunststoff, der auch als Acrylglas bekannt ist. Die Prothesenvariante wird eingefärbt und aus Monomer und Pulver polymerisiert.
Darf ich meine Prothese mit Alkohol reinigen?
Davon ist abzuraten. Laut Wikipedia können Alkohol und Lösemittel bei PMMA Spannungsrisse verursachen und den Kunststoff dauerhaft schädigen. Nutze lauwarmes Wasser, eine weiche Prothesenbürste und einen vom Hersteller freigegebenen Prothesenreiniger.
Ist ein Ultraschallbad für Prothesen schädlich?
Laut aponet.de schadet es dem Kunststoff nicht und ersetzt das Bürsten nicht. Trotzdem gilt: Halte Reinigerangaben ein, vermeide Hitze und frage bei Metallteilen, Implantaten oder Unsicherheit deinen Zahnarzt. Wenn du Metallteile oder Implantate an der Prothese hast, hole vorab seine Meinung ein.



