Glossar

Rhodinierung

Definition

Rhodinierung ist ein galvanisches Verfahren, bei dem Schmuck aus Silber oder Weißgold mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen wird. Sie sorgt für weißen Glanz und schützt vor Kratzern und Anlaufen.

Was hinter dem Begriff steckt

Rhodium ist ein Platinmetall mit der Ordnungszahl 45; es schmilzt bei 1.966 °C und hat eine Dichte von 12,4 g/cm³. Abgebaut wird es laut Kettner Edelmetalle hauptsächlich in Südafrika und Russland. Beim Rhodinieren wird ein Gegenstand galvanisch mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen, meist bei Silber und Weißgold. „Galvanisch“ heißt: Das Stück hängt in einem Bad, und mithilfe von elektrischem Strom setzt sich das Metall als dünner Überzug auf der Oberfläche ab.

Gerade bei Weißgold ist das verbreitet. Weißgold enthält selbst kein Rhodium. Durch die Beimischung anderer Metalle hat es oft einen leicht gelblichen Schimmer, den die Rhodinierung ausgleicht. Rhodium gilt als hart und kratzfest und schützt darunterliegendes Silber vor dem Anlaufen durch Schwefelverbindungen. Außerdem gilt es als allergikerfreundlich.

Die Schicht ist aber nicht für die Ewigkeit. Kettner nennt sie „nicht permanent“; bei häufigem Tragen nutzt sie sich ab, lässt sich jedoch erneuern. Konkrete Schichtdicken nennt die Quelle nicht. Zwei Missverständnisse: Rhodinierter Schmuck ist nicht automatisch wertvoller, denn der Wert hängt vom darunterliegenden Edelmetall ab. Und ein gelblicher Ton an abgetragenen Stellen von Weißgold ist kein Schmutz, sondern das Metall, das durchkommt.

In der Praxis

Für die Ultraschallreinigung bedeutet das: Du entfernst Fett, Hautreste und Staub, aber die Rhodiumschicht selbst kannst du nicht erneuern, und ein Bad macht ein verfärbtes Stück nicht wieder weiß. Wenn Weißgold gelblich wird, hilft ein Juwelier mit Neu-Rhodinieren, nicht ein längeres Bad. Eine allgemeine Freigabe für Ultraschall bei rhodinierten Stücken gibt es nicht; frage im Zweifel den Juwelier und wähle ein mildes Schmuckkonzentrat.

Verwende keine Scheuermittel oder Zahnpasta, denn die Schicht ist dünn und lässt sich abreiben. Praktische Schritte für Ringe, Ketten und Ohrringe haben wir bei Schmuck reinigen zusammengestellt.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob mein Schmuck rhodiniert ist?

Meist steht es auf dem Echtheitszertifikat oder wird vom Juwelier genannt. Weißgold und Silberschmuck sind häufig rhodiniert. Wenn an Kanten ein gelblicher Ton durchkommt, kann die Schicht dort abgenutzt sein. Sicherheit gibt der Fachbetrieb.

Wie lange hält eine Rhodinierung?

Dazu gibt es keine feste Zahl. Laut Kettner Edelmetalle ist die Schicht nicht permanent und nutzt sich bei häufigem Tragen ab. Sie kann erneuert werden, um das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen.

Darf rhodinierter Schmuck ins Ultraschallbad?

Eine pauschale Freigabe gibt es nicht. Die Schicht ist dünn, und Steine oder Fassungen können empfindlich sein. Frage den Juwelier oder den Hersteller und nimm ein mildes Konzentrat. Bei Unsicherheit reinigst du lieber von Hand mit weichem Tuch.

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